2011 – Frühsommer:

Die 2010 gesetzten Pflanzen beginnen zu wachsen
(Thymian, Johanniskraut, Storchschnabel,
Meisterwurz, Frauenmantel, Gelber Enzian).
Nun ist es wichtig, wie im Konzept vorgesehen, mit
der Pflege des Platzes zu beginnen. Die
Landschaftsarchitektin Elisabeth Gruber zeigt wie
der Platz zu jäten ist und hilft mit.

Gelber Enzian (kein Foto)

2012 – Frühsommer:

Klee und andere Gräser breiten sich aus, da die Gemeinde
den Platz nicht jätet.

2012 – Sommer:

Die Gemeinde Silbertal mäht den Platz mit dem
Rasenmäher, anstatt ihn wie vereinbart zu jäten. Damit
werden die gesetzten Pflanzen am Wachstum und an
ihrer Vermehrung gehindert.

2013 – Frühjahr:

Klee und Löwenzahn breiten sich aus. Deren Wurzeln
verzahnen sich im Boden und machen es den 2010
gesetzten Pflanzen unmöglich, weiter zu wachsen
oder sich gar zu vermehren.
Einzig der Thymian und ein wenig Frauenmantel
und Storchschnabel sind noch da.

2014 – Sommer:

Wildwuchs. Klee dominiert.

2015 – Frühjahr:

Der Platz wird gegen die Empfehlungen im Winter
zur Ablage von Schneemassen verwendet. Der Platz ist
im Frühjahr verschlammt und vom Straßensplit,
der mit dem Schnee auf den Platz kommt, geschwächt.
Die Schneeketten des Traktors hinterlassen Spuren auf
den Steinen.

2015 – Sommer:

Wildwuchs. Die Bodenstruktur wird zusehends krautiger.

Zur visuellen Erfahrung des Erinnerungsplatzes Silbertal:
Der Erinnerungsplatz verändert sich stetig, da die Pflanzen ihr Bild innerhalb eines Jahres umformen (im Wuchs, in der
Farbe) und sich über die Jahre dynamisch vermehren. Der Erinnerungstext auf den Steinplatten wird mit den Jahreszeiten
ein und ausgeblendet. Im Winter verschwindet alle Information unter der Schneedecke. Die Pflanzen fordern mehrmals im
Jahr Pflege (4x jäten) und aktive Aufmerksamkeit. Bekommen sie die nicht, wächst der Platz zu oder verwahrlost.

Konzept-Gedanken des Erinnerungsplatzes Silbertal:
– der Text auf den Steinen erfasst unterschiedliche Schicksale des 1. und 2. Weltkrieges
und thematisiert den nicht abgeschlossenen Prozess der Geschichtsschreibung
– die Veränderung der Erinnerung durch die Weiterbewegung der Zeit visuell sichtbar machen
– dem Platz eine Deutungs-Offenheit geben
– aktives Erinnern
Mehr Details unter »Konzept«.


Thymian

Johanniskraut

Storchschnabel


Frauenmantel

Meisterwurz